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Situationsbeschreibung

Inhaltsverzeichnis



Befürchtungen bestehen, dass auch in den Augsburger Stadtteilen Bärenkeller, Lechhausen und Oberhausen die Anzahl junger SpätaussiedlerInnen und anderer Jugendlicher mit oder ohne Migrationshintergrund mit gesellschaftlich auffälligem Verhalten, u. a. aufgrund von Alkoholkonsum und Missbrauch von Betäubungsmitteln, kontinuierlich und sozial unverträglich zunehmen wird.
Diese Befürchtungen verlangen eine verstärkte Auseinandersetzung mit dem Thema “Jugendliche Aussiedler” bzw. “Jugendliche Migranten”. Von großer Bedeutung ist die Suche nach neuen Arbeitsansätzen im Zusammenhang mit dieser Zielgruppe.

Die Anzahl von gefährdeten jungen Migranten (die auch jüngere Jugendliche umfasst) nimmt zu, womit zwangsläufig Beschaffungskriminalität einhergeht. Ursachen für zunehmende Schwierigkeiten bei der Integration junger Leute mit Migrationshintergrund liegen zum einen in ihrer Persönlichkeit, ihrer Herkunft, ihrem sozialen Umfeld und ihren Reaktionen darauf begründet, zum anderen aber auch in den gesellschaftlichen und in Folge davon städtischen Rahmenbedingungen. Die begründete Suche nach Schutz vor Neuem und Unbekanntem führt die Jugendlichen zur Gruppenbildung auf der Straße. Hier fallen sie Drogendealern oder anderen kriminellen Strukturen leichter zum Opfer. Die Jugendlichen mit Migrationshintergrund sind im Vergleich zu den Einheimischen anfälliger: mangelnde bis fehlende Informationen über die Gefahren und über die Werte und Normen unserer Gesellschaft; weder Unterstützung, noch Kontrolle seitens der Eltern, da sie sich noch weniger mit dem Problem auskennen; schlechte Erfahrungen mit den Behörden oder Schwierigkeiten sprachlicher Art schrecken die Jugendlichen ab, sich Hilfe oder Beratung bei den einschlägigen Stellen zu holen.

Das Projekt wird sich in den nördlichen Stadtteilen Augsburgs Bärenkeller, Lechhausen und Oberhausen abspielen. Die Problematik mit straffälligen und gefährdeten Jugendlichen mit Migrationshintergrund ist z. B. in den Stadtteilen Oberhausen oder Lechhausen nicht weniger groß, als in den Stadtteilen, wo traditionell Hilfe geboten wird.

Diese Gebiete können beispielgebend für viele andere Regionen Deutschlands sein, da hier in den letzten 5 Jahren viele Spätaussiedler angesiedelt wurden, die mit sozialpädagogischen Angeboten und zukunftsorientierter Jugendarbeit nicht verwöhnt worden sind. Hier entsteht sehr schnell der geschlossene Kreis: keine Beschäftigung, Alkohol und Drogen, keine Ausbildung, keine Arbeit – Probleme auf der ganzen Bandbreite.

Es ist bekannt, dass Migranten und v. a. Russlanddeutsche besonders stark von Zusammengehörigkeitsgefühlen geprägt sind. Die Begründung liegt in der sog. kollektivistischen Erziehung der ehemaligen Sowjetpädagogik. Zueinander halten und einander zu unterstützen war besonders in den schweren Zeiten eine Überlebenstaktik. Auch hier in Deutschland versuchen Menschen mit Migrationshintergrund, sich in der Nähe des Verwandten- oder Bekanntenkreises niederzulassen. Unter anderem ist dies auch ein Grund dafür, dass z. B. ganze Kolonien von Spätaussiedlern entstehen. Wir möchten die Merkmale der Zusammengehörigkeit positiv nutzen.